Nach einigen Wochen hatten wir endlich wieder die Gelegenheit, Cityden Oud-Zuid zu besuchen. Ausgestattet mit Schutzhelm und Regenjacke machten wir uns auf den Weg zur Baustelle. Draußen zeigte sich das typisch niederländische Wetter, doch drinnen liefen die Arbeiten auf Hochtouren. Tatsächlich hat sich seit unserem letzten Besuch unglaublich viel getan.
Für alle, die nicht – wie wir – regelmäßig über Baustellen laufen, mag es auf den ersten Blick so wirken, als hätte sich kaum etwas verändert. Doch sobald unser Bauleiter beginnt zu erzählen, was in den vergangenen Wochen alles passiert ist, wird schnell klar, wie viel Arbeit sich hinter den Kulissen abgespielt hat.
Wie immer beginnen wir unseren Rundgang im Erdgeschoss. Das Erste, was uns auffällt: Der riesige Bauschutt-Schacht ist verschwunden. Bei unseren vorherigen Besuchen verlief er fast durch das gesamte Gebäude und diente dazu, die alten Materialien aus den Abbrucharbeiten nach unten zu befördern. Jetzt ist er komplett verschwunden. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Abrissphase nahezu abgeschlossen ist.
Und genau das ist wohl die beste Nachricht: Der Abriss ist beendet und die eigentliche Bauphase kann endlich beginnen.

Nach einem kurzen Rundgang im Erdgeschoss geht es zurück zum vertrauten Fluchttreppenhaus. Inzwischen kennen wir den Weg fast auswendig. Eine Etage nach der anderen steigen wir hinauf, bis wir schließlich wieder das oberste Stockwerk erreichen.
Da das Gebäude fast 100 Jahre alt ist, bedeutet die Renovierung weit mehr, als nur neue Farbe aufzutragen und Möbel hineinzustellen. In den vergangenen Wochen hat das Bauteam intensiv daran gearbeitet, alte tragende Konstruktionen zu ersetzen. An mehreren Stellen werden die ursprünglichen Träger durch riesige Stahlträger ersetzt. Diese werden mit einem großen Kran bis ins oberste Stockwerk gehoben.
Doch genau dort beginnt die eigentliche Herausforderung. Anschließend müssen die Stahlträger von Hand Stück für Stück an ihren endgültigen Platz bewegt werden – Etage für Etage, Flur für Flur. Wenn man bedenkt, dass all dies innerhalb eines fast hundert Jahre alten Gebäudes geschieht, wird schnell klar, warum dafür so viel Kraft, Geduld und Präzision erforderlich sind.
Während wir weiter durch das Gebäude gehen, sehen wir, dass jede Etage für den nächsten Bauabschnitt vorbereitet wird. Neue Türrahmen werden nach und nach eingebaut, der Aufzugsschacht wird weiter verstärkt und überall sorgen Handwerker dafür, dass alles exakt ausgerichtet und perfekt nivelliert ist.
Das sind vielleicht nicht die Arbeiten, die sich besonders gut für ein spektakuläres Instagram-Foto eignen, aber genau sie sorgen dafür, dass später alles perfekt zusammenpasst.
Laut unserem Bauleiter haben wir nun einen wichtigen Meilenstein des Projekts erreicht.
In den vergangenen Monaten drehte sich alles um Abriss, Rückbau, Verstärkungen und Vorbereitungen. Von jetzt an wird sich das Gebäude Woche für Woche sichtbar verändern. Und das sind großartige Neuigkeiten für alle, die das Projekt verfolgen.
Bereits ab nächster Woche wird das Bauteam erweitert. Mehr Mitarbeitende werden auf der Baustelle im Einsatz sein und mehrere Arbeiten beginnen, deren Fortschritt sofort sichtbar sein wird. Dazu gehören das Verputzen und Fertigstellen der Wände, der Abschluss der Dämmarbeiten sowie die Montage der Decken.

Unser Bauleiter erwartet sogar, dass sich das Gebäude in den kommenden zwei Wochen optisch enorm verändern wird. Dort, wo wir heute noch überwiegend eine Baustelle sehen, werden schon bald die ersten Konturen des zukünftigen Hotels erkennbar sein. Die Zimmer werden ihre endgültige Form annehmen, die Flure werden wiedererkennbar und immer mehr Bereiche werden so aussehen, wie sie ursprünglich geplant wurden.
Wir müssen zugeben: Das macht uns ziemlich gespannt. Bei unseren bisherigen Besuchen brauchten wir oft viel Vorstellungskraft, um uns das fertige Ergebnis auszumalen. Jetzt scheint dieser Moment endlich immer näher zu rücken. Zurück im Erdgeschoss tauschen wir unsere Sicherheitsschuhe wieder gegen unsere eigenen Sneaker, verabschieden uns vom Bauleiter und treten nach draußen.
Während sich in den vergangenen Monaten alles darum drehte, das alte Hotel zurückzubauen, stehen die kommenden Monate ganz im Zeichen des Aufbaus des neuen Cityden Oud-Zuid. Und wenn die Prognosen unseres Bauleiters stimmen, werden wir euch schon in zwei Wochen wieder viele Neuigkeiten und sichtbare Fortschritte präsentieren können.
Eines ist jedenfalls sicher: Wir können unseren nächsten Besuch kaum erwarten.